Wenn Pennsylvania Betreiber einschüchtern, dann mit gutem Grund. Kein anderer Bundesstaat kombiniert so hohe Einstiegskosten mit so verlässlichen Renditen. Die Steuern sind streng, Lizenzen kosten Millionen, und die Tethering-Regeln (Bindung an landbasierte Lizenznehmer) begünstigen etablierte Marktführer. Doch hinter diesen Hürden liegt einer der lukrativsten Online-Märkte der USA. Ein Markt mit Umsätzen, die denen von New Jersey kaum nachstehen, und einer Nutzungsrate, die nur wenige Staaten erreichen.
Für Betreiber, die einen Markteintritt erwägen, lautet die eigentliche Frage nicht, ob Pennsylvania anspruchsvoll ist, sondern wie sich der Markt erfolgreich erschließen lässt. Dieser Leitfaden geht auf alle wichtigen Aspekte ein: von der Lizenzstruktur und dem Steuersystem bis hin zu den Marktdynamiken. Außerdem informiert er sie, wo Risiken lauern und welche Chancen sich tatsächlich bieten.
HINWEIS
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Historischer Überblick über das Glücksspiel in Pennsylvania
Pennsylvanias Weg zu einer der vielfältigsten Glücksspieljurisdiktionen der USA ist geprägt von schrittweisen Reformen auf einer klar einnahmenorientierten Grundlage. Über Jahrzehnte beschränkte sich das legale Glücksspiel auf Pferderennen und die staatliche Lotterie. Die Pennsylvania Horse Racing Commission überwachte Galopp- und Trabrennen, während die Lotterie Anfang der 1970er-Jahre als staatliches Monopol eingeführt wurde. Bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts bildeten diese Angebote die einzigen legalen Spielformen.
Die moderne Glücksspielära begann 2004. Angesichts wachsender Haushaltsdefizite und des Erfolgs benachbarter Staaten verabschiedete der Gesetzgeber den Race Horse Development and Gaming Act (Act 71). Mit ihm wurden Casinos genehmigt – allerdings zu Bedingungen, die klar den öffentlichen Nutzen in den Vordergrund stellten. Gleichzeitig entstand das Pennsylvania Gaming Control Board (PGCB) als zentrale Aufsichtsbehörde.
Die ersten Lizenzen gingen an Rennbahnen (Racetracks), um die Pferderennbranche zu schützen, und die Steuersätze wurden auf ein Niveau festgesetzt, das kaum ein anderer Staat gewagt hätte.
Die Botschaft war eindeutig: Casinos dürfen öffnen, aber nur, wenn sie dem Staat und der Öffentlichkeit dienen.
Im Jahr 2010 wurden Tischspiele wie Blackjack, Roulette und Poker eingeführt. Dadurch entwickelten sich die Slot-Hallen Pennsylvanias zu vollwertigen Entertainment-Resorts.
Ein weiterer Meilenstein kam 2017 mit dem Expanded Gaming Act.
Er erlaubte erstmals interaktive Casino-Spiele und Online-Poker,
genehmigte Sportwetten, Video-Gaming-Terminals (VGTs) an autorisierten Raststätten, Fantasy-Contests und eine neue Kategorie kleinerer Mini-Casinos.
Damit zeigte Pennsylvania, dass es nicht experimentiert, sondern ein dauerhaftes, integriertes Modell aufbauen wollte:
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Online-Angebote gekoppelt an landbasierte Lizenznehmer
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klare technische und Sicherheitsstandards
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hohe Steuersätze (insbesondere für Online-Slots)
Rückblickend erfolgte die Einführung legalen Online-Glücksspiels in mehreren Wellen: Nach dem Wegfall von PASPA (2018) starteten Sportwetten und 2019 gingen die ersten Online-Casinos live.
2025 trat Pennsylvania dem Multi-State Internet Gaming Agreement (MSIGA) bei, das gemeinsame Poker-Pools mit anderen Staaten ermöglicht. Heute gehört Pennsylvania zu den führenden iGaming-Märkten der USA. Hier werden die Online-Casino-Einnahmen nur noch von New Jersey übertroffen.
Zeitstrahl der wichtigsten Ereignisse
Jahrzehntelange Reformen haben Pennsylvania von einer staatlichen Lotterie zu einem komplexen Glücksspielmarkt geführt, in dem Casinos, Sportsbooks und iGaming-Plattformen unter einem gemeinsamen Rahmen koexistieren.
Im Folgenden werden die entscheidenden Meilensteine aufgeführt, die Pennsylvania zu seinem heutigen Marktstatus verholfen haben:
1971: Einführung der Pennsylvania Lottery.
2004: Verabschiedung des Race Horse Development and Gaming Act (Act 71) – Zulassung kommerzieller Casinos und Gründung der PGCB.
2006: Eröffnung des ersten Casinos (Mohegan Sun at Pocono Downs)
2017: Expanded Gaming Act erlaubt Online-Casinos, Online-Poker, Sportwetten, VGTs, Fantasy-Contests und Mini-Casinos.
2018: US Supreme Court kippt PASPA.
2019: Start der ersten Online-Casinos unter Aufsicht der PGCB.
2019: SugarHouse startet das erste Online-Sportsbook in Pennsylvania.
2021: Einführung von Video Gaming Terminals an lizenzierten Truck Stops.
2022: Online-Casino-Einnahmen übersteigen erstmals 1 Mrd. US-Dollar.
2025: Beitritt Pennsylvanias zum Multi-State Internet Gaming Agreement.
Das aktuelle Glücksspiel-Umfeld des Bundesstaates
Von einer einfachen Lotterie in den 1970er-Jahren zu einem vielschichtigen System aus Casinos, Sportsbooks und iGaming-Plattformen: Pennsylvania hat eines der umfassendsten regulierten Glücksspielsysteme der USA aufgebaut.
Im Zentrum stehen 17 lizenzierte Casinos, von klassischen Racetrack Casinos, umgangssprachlich auch Racinos genannt (Rennbahn-Casinos) bis hin zu eigenständigen Resorts und Mini-Casinos der Kategorie Vier. Im Gegensatz zu Michigan existiert kein Tribal Gaming, da es keine bundesrechtlich anerkannten Stämme im Staat gibt. Alle Lizenzen laufen über das Pennsylvania Gaming Control Board (PGCB). Dieses zentralisierte System sorgt für Einheitlichkeit zwischen landbasierten und Online-Aktivitäten, macht den Marktzugang aber abhängig von Partnerschaften mit bestehenden Lizenzinhabern.
Trotz der Tethering-Regelung boomt der Markt. Seit dem Start der ersten Plattformen (2019) ist Online-Glücksspiel zu einer zentralen Einnahmequelle des Staates geworden. Das Modell erlaubt unbegrenzte Skins (Marken), verlangt jedoch Transparenz über den landbasierten Partner.
So konnte Pennsylvania rasch in die Top-Liga der US-Online-Märkte aufsteigen. Die monatlichen iGaming-Erlöse überschreiten regelmäßig 200 Mio. US-Dollar, womit der Staat national ganz vorne liegt. Im April 2025 trat Pennsylvania dem Multi-State Internet Gaming Agreement (MSIGA) bei und ermöglicht seither Pokerspiele mit Nachbarstaaten. Dies ist ein wichtiger Schritt, der einem bislang stagnierenden Segment neues Leben einhauchen dürfte.
Im April 2025 schloss sich der Bundesstaat Pennsylvania dem Multi-State Internet Gaming Agreement an, was den Betreibern die Möglichkeit eröffnete, die Online-Poker-Liquidität mit angrenzenden Gerichtsbarkeiten zu teilen. Dieser Schritt dürfte einem bislang stagnierenden Segment neues Leben einhauchen.
Auch Sportwetten stellen ein starkes Standbein dar. Retail-Sportsbooks operieren in den Casinos, während Mobile Apps den Großteil des Marktes ausmachen. Trotz eines der höchsten Steuersätze der USA, nämlich 36 % auf die Bruttospielerträge, verzeichnet dieser Sektor ein kontinuierliches Wachstum.
Neben den großen Säulen (Casinos, iGaming und Sportwetten) bleiben auch andere Marktsegmente aktiv, wenn auch in begrenzterem Umfang. Die Pennsylvania Lottery (staatliche Lotterie) erweitert kontinuierlich ihr digitales iLottery-Angebot, darf aber keine Casino-ähnlichen Spiele anbieten. Darüber hinaus sind mehrere ergänzende Formate reguliert und zugelassen:
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Video Gaming Terminals (VGTs) an lizenzierten Truck Stops (Raststätten)
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Daily Fantasy Sports (DFS) – also tägliche Fantasy-Wettbewerbe auf Sportereignisse
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sowie gemeinnütziges Glücksspiel unter dem Bingo Law und dem Small Games of Chance Act
Diese Angebote bilden zusammen ein abgerundetes, vielfältiges Marktgefüge, das Pennsylvania zu einem der umsatzstärksten Glücksspielmärkte der USA macht. Gleichzeitig ist er aber auch einer der regulatorisch anspruchsvollsten. Jeder Betreiber, der in diesen Markt eintritt, muss sich auf hohe Compliance-Anforderungen einstellen.
Die wichtigsten Glücksspielaufsichtsbehörden des Bundesstaates
Das Regulierungssystem Pennsylvanias wird von einem Netzwerk spezialisierter Behörden getragen. Jede Institution überwacht einen bestimmten Teilbereich. Zusammen bilden sie ein eng verzahntes Aufsichtssystem, das Lizenzierung, Betrieb, Verbraucherschutz und finanzielle Integrität definiert.
Pennsylvania Gaming Control Board (PGCB)
Das Pennsylvania Gaming Control Board ist die zentrale Glücksspielbehörde des Staates. Gleichzeitig ist sie auch die wichtigste Institution, die Betreiber verstehen müssen, bevor sie in den Markt eintreten. Sie wurde durch den Act 71 von 2004 (Race Horse Development and Gaming Act) geschaffen und überwacht sämtliche Aspekte des Glücksspiels in Pennsylvania:
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Lizenzvergabe für landbasierte Casinos
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Online-Glücksspiel (iGaming
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Sportwetten (Sportsbooks)
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Video Gaming Terminals (VGTs) und Fantasy-Contests
Jeder Betreiber, der im Staat aktiv werden möchte, muss ein sogenanntes Interactive Gaming Certificate über eine Partnerschaft mit einem lizenzierten Casino erwerben. Damit fungiert PGCB als zentrale Regulierungsstelle für den Marktzugang.
Ihr Aufgabenbereich ist umfassend:
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Festlegung von Anforderungen für Responsible Gambling (verantwortungsvolles Spielen)
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Zulassung von Lieferanten, Plattformanbietern und Affiliates
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Überwachung interner Kontrollsysteme
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Durchsetzung von Werbe- und Datenschutzstandards
Wiederholte Geldbußen – beispielsweise wegen Verstößen gegen den Jugendschutz, technischen Ausfällen oder irreführender Werbung – unterstreichen die Ernsthaftigkeit, mit der die PGCB ihre Aufsichtsfunktion wahrnimmt. Für iGaming-Betreiber gibt es keine Behörde mit größerem Einfluss oder strengeren Compliance-Anforderungen.
Pennsylvania State Horse Racing Commission
Die Pennsylvania State Horse Racing Commission, die dem Department of Agriculture (Landwirtschaftsministerium) unterstellt ist, überwacht den gesamten Pferderennsport des Staates – sowohl Galopp- (Thoroughbred) als auch Trabrennen (Harness Racing).
Ihre Zuständigkeit umfasst:
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die Lizenzierung von Rennbahnen
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die Genehmigung von Pari-Mutuel-Wetten (Totalisator-System)
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die Kontrolle von Simulcast-Übertragungen (Live-Wetten auf Rennen anderer Rennbahnen)
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die Festlegung von Standards für Advance Deposit Wagering (ADW) – also Wetten über im Voraus aufgeladene Spielkonten
Für reine iGaming-Betreiber spielt die Kommission eine untergeordnete Rolle im Vergleich zur Glücksspielbehörde PGCB, ist aber entscheidend für Anbieter, die Pferderennen-Produkte oder Racing-Datenfeeds in ihr Portfolio integrieren wollen.
Die Aufsicht der Kommission umfasst auch die Integrität der Rennen, die Einhaltung von Medikations- und Sicherheitsregeln sowie die Überwachung der Wettpools im Hinblick auf regulatorische Vorgaben. Zwar ist der Umsatzanteil des Pferderennsports in den letzten Jahren im Vergleich zu Casinos und iGaming geschrumpft, doch das Segment behält politisches Gewicht. Möglich ist das dank der historischen Bedeutung des Pferdesports in Pennsylvania und seines Beitrags zu landwirtschaftlichen Förderprogrammen.
Pennsylvania Lottery Division
Die Pennsylvania Lottery wurde 1971 gegründet und ist ein staatlich betriebenes Monopol, das unabhängig vom Casino- und iGaming-Regulierungsrahmen des Pennsylvania Gaming Control Board agiert. Verwaltet wird sie über das Department of Revenue (Finanzministerium). Die Lotterie bleibt der alleinige Anbieter von Zahlenspielen, Rubbellosen, Keno sowie der stetig wachsenden digitalen Plattform iLottery. Für iGaming-Betreiber ist die Lotterie weniger wegen direkter Lizenzen relevant, sondern vielmehr, weil sie die Grenzen dessen definiert, was im Online-Bereich erlaubt ist.
Die iLottery darf digitale Spiele vertreiben, die klassischen Slots oder Sofortgewinnen ähneln, jedoch sind Casino-ähnliche Titel wie Blackjack oder Roulette streng verboten. So wird eine klare Trennung zwischen Lotterieprodukten und PGCB-reguliertem iGaming gewahrt. Die Einnahmen der Pennsylvania Lottery sind zweckgebunden, somit fließen sie in staatliche Seniorenprogramme. Aufgrund der starken politischen Unterstützung dieser Einrichtung ist nicht zu erwarten, dass sich an diesem Schutzstatus in absehbarer Zeit etwas ändert.
Ähnlich wie andere US-Bundesstaaten mit vielfältigen Glücksspielmärkten (multi-vertical markets), darunter Michigan und New Jersey, setzt auch Pennsylvania auf zusätzliche Institutionen zur Überwachung von Zahlungsabwicklung, Werbung und Verbraucherschutz. Diese ergänzen die direkte Aufsicht der PGCB durch gezielte finanzielle und rechtliche Kontrollmechanismen.
Office of Attorney General (OAG), Commonwealth of Pennsylvania
Das Office of the Attorney General (OAG) – die Generalstaatsanwaltschaft des Commonwealth of Pennsylvania – spielt eine unterstützende, aber zentrale Rolle in der Glücksspielaufsicht. Die Behörde sorgt für die Durchsetzung von Verbraucherschutzgesetzen, überwacht Werbung und Marketingmaßnahmen auf irreführende Inhalte und stellt die Einhaltung des Breach of Personal Information Notification Act (Meldepflicht bei Datenschutzverletzungen) sicher. Darüber hinaus besitzt die OAG die Befugnis, nicht lizenzierte oder illegale Glücksspielaktivitäten strafrechtlich zu verfolgen. Für iGaming-Betreiber bedeutet dies: Marketing, Promotions und Datenschutzprozesse müssen strikt mit den staatlichen und bundesrechtlichen Vorgaben übereinstimmen. Verstöße können eine direkte Intervention durch den Attorney General nach sich ziehen.
Pennsylvania Department of Banking and Securities
Das Pennsylvania Department of Banking and Securities ist für die Regulierung des Finanzsektors im Bundesstaat zuständig. Dazu gehören auch Zahlungsverkehr und Geldtransferdienste, die im Zusammenhang mit Glücksspieltransaktionen stehen. Die Behörde lizenziert und überwacht Zahlungsdienstleister, die mit iGaming- oder Sportsbook-Anbietern zusammenarbeiten. Sie stellt sicher, dass Einzahlungen, Auszahlungen und Kontoverifizierungen den strengen staatlichen und bundesrechtlichen Anforderungen entsprechen. Betreiber müssen zudem die Schnittstellen zu Bundesgesetzen beachten, insbesondere zum Unlawful Internet Gambling Enforcement Act (UIGEA), der den Zahlungsverkehr im Zusammenhang mit Online-Glücksspiel regelt. Obwohl die Behörde weniger sichtbar ist als die zentrale Glücksspielbehörde, ist ihre Aufsicht entscheidend für sichere, transparente und regelkonforme Zahlungssysteme.
Lizenzierung und Marktzugang
Die Lizenzstruktur Pennsylvanias ist eine der umfassendsten in den USA. Sie spiegelt den weitreichenden Regulierungsrahmen sowie das staatliche Bestreben wider, erhebliche Einnahmen aus sämtlichen Marktsegmenten zu erzielen. Sämtliche Glücksspielaktivitäten werden durch die PGCB lizenziert und überwacht. Online-Betreiber müssen ihre Plattformen über eine Partnerschaft mit einem landbasierten Casino anbinden. Dieses zentralisierte System sorgt für Konsistenz, macht den Markteintritt aber auch kostspielig und wettbewerbsintensiv.
Casino- und iGaming-Lizenzen
Interactive Gaming Certificates (interaktive Glücksspiellizenzen) werden an landbasierte Casinos vergeben. Jeder Lizenzinhaber darf mit mehreren Online-Marken (Skins) zusammenarbeiten. Das schafft Flexibilität bei der Markenvielfalt, doch der Name des landbasierten Casinos muss sichtbar bleiben, um Transparenz im Tethering zu gewährleisten. Die ursprünglichen Lizenzgebühren wurden auf 10 Mio. US-Dollar für ein Komplettpaket (Slots, Tischspiele, Poker) und 4 Mio. US-Dollar für einzelne Spielsegmente festgesetzt.
Zwar sind noch einige Lizenzen unverkauft, doch die Eintrittsbarrieren bleiben hoch. Vor allem durch die hohen Compliance- und Technologieanforderungen.
Sportwetten-Lizenzen
Das Lizenzmodell für Sportwetten folgt dem gleichen Tethering-Prinzip. Nur lizenzierte Casinos dürfen ein Sports Wagering Certificate beantragen, das mit einer einmaligen Gebühr von 10 Mio. US-Dollar verbunden ist. Das Zertifikat deckt sowohl Retail-Sportsbooks (stationäre Wettannahmen) als auch mobile Sportwettenplattformen ab, wobei mobile Umsätze den Markt dominieren. Bei einem Steuersatz von 36 % auf den Bruttospielertrag (GGR) sind die Margen gering und Betreiber müssen sorgfältig prüfen, ob sich der Markteintritt wirtschaftlich rechnet.
Weitere Marktsegmente
Das Lizenzsystem erstreckt sich auch auf Daily Fantasy Sports (DFS), Video Gaming Terminals (VGTs) an autorisierten Truck Stops sowie Mini-Casinos der Kategorie 4, die zwischen 300 und 750 Spielautomaten und eine begrenzte Zahl von Tischspielen betreiben dürfen. Jedes dieser Marktsegmente hat eigene Zulassungsregeln,
doch der gemeinsame Nenner bleibt: strikte staatliche Kontrolle und hohe Einstiegskosten.
Zulassung von Lieferanten und Affiliates
Auch Zulieferer, Plattformanbieter und Affiliate-Partner unterliegen eigenen Lizenzanforderungen. Dies betrifft insbesondere Anbieter von Software, Zahlungslösungen, Marketing-Services und Datenfeeds, die im Bundesstaat aktiv sind.
So erhalten Betreiber eine Sportwettenlizenz in Pennsylvania
Das rechtliche Fundament für Sportwetten in Pennsylvania wurde mit dem Expanded Gaming Act von 2017 (4 Pa.C.S. § 13C) geschaffen. Nur landbasierte Casinos mit einer Lizenz der Kategorien eins bis drei dürfen eine Sportwettenlizenz beantragen. Externe Anbieter müssen sich über eine Partnerschaft mit einem dieser Lizenzinhaber Zugang verschaffen.
Die Standardschritte für die Lizenzierung umfassen:
1. Grundvorbereitung
Betreiber müssen finanzielle Stabilität, ein detailliertes Compliance-Programm und transparente Unternehmensführung nachweisen. Damit stellt die PGCB sicher, dass die Antragsteller den strengen Eignungs- und Betriebsstandards des Staates entsprechen.
2. Antragstellung bei der zentralen Glücksspielbehörde PGCB
Der Antrag wird direkt an die PCGB gestellt. Dies funktioniert über offizielle Formulare, die auf der Webseite der Behörde verfügbar sind.
Erforderlich sind:
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Angaben zur Eigentümerstruktur
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Finanzberichte
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geplante interne Kontrollsysteme
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Verträge mit Plattformanbietern
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Nachweise zur Einhaltung der technischen und regulatorischen Standards Pennsylvanias
3. Lizenzgebühr
Casino-Lizenznehmer, die Sportwetten anbieten wollen, müssen ein Sports Wagering Certificate beantragen und eine einmalige Gebühr in Höhe von 10 Mio. US-Dollar entrichten. Die Lizenz ist alle fünf Jahre für 250.000 US-Dollar zu erneuern, ohne Ratenzahlung oder Ermäßigungen.
4. Hintergrundprüfung
Die PGCB führt umfassende Hintergrundprüfungen durch, sowohl bei Führungskräften und Anteilseignern als auch bei Affiliates und Dienstleistern. Im Fokus stehen Integrität, strafrechtliche Vergangenheit, finanzielle Transparenz und mögliche Verbindungen zu unregulierten Märkten.
5. Technische Zertifizierung
Neben den allgemeinen Anforderungen müssen iGaming-Plattformen die technischen Standards der PGCB nachweisen, einschließlich:
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Geolocation,
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Anti-Money-Laundering (AML)
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Know-Your-Customer (KYC)
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Transaktions-Reporting
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Cybersecurity
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Responsible-Gambling-Funktionen
Die technischen Vorgaben sind in denPGCB Regulations: 58 Pa. Code Chapter 1400a festgelegt.
6. Vorbehaltlicher Start
Nach der Genehmigung folgt ein Live-Testbetrieb unter direkter Aufsicht der PGCB. Dabei werden Systemleistung, Spielerschutzmechanismen und Zahlungsabwicklung geprüft, bevor die endgültige Genehmigung für den landesweiten Betrieb erteilt wird.
7. Fortlaufende Compliance
Nach dem Launch müssen Betreiber:
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monatliche Steuerberichte einreichen
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36 % des Bruttospielertrags (GGR) abführen
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jährliche Compliance-Audits durchführen
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Systeme zur Selbstsperre von Spielern (Selbstausschlussprogramme) bereitstellen
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interne Kontrollsysteme regelmäßig aktualisieren
Hinweis: Dies ist ein vereinfachter Überblick über den Lizenzierungsprozess. Detaillierte Informationen finden Sie im Lizenzbereich der PGCB-Webseite.
Markteintrittskosten und Besteuerung
Ein Sportsbook oder Online-Casino in Pennsylvania zu betreiben, ist nichts für schwache Nerven. Der Bundesstaat hat eines der kostspieligsten Eintrittsmodelle der USA geschaffen und Betreiber müssen sorgfältig planen, bevor sie sich verpflichten.
Lizenzgebühren
Für Casinos und iGaming lagen die Gebühren für ein vollständiges Interactive-Gaming-Zertifikat ursprünglich bei 10 Mio. US-Dollar.
Das Paket deckt Slots, Tischspiele und Poker ab. Alternativ konnten einzelne Segmente (z. B. nur Poker oder nur Slots) für jeweils 4 Mio. US-Dollar lizenziert werden. Erneuerungen alle fünf Jahre kosten 250.000 US-Dollar.
Für Sportwetten wird ebenfalls eine Lizenzgebühr in gleicher Höhe fällig: Eine einmalige Gebühr von 10 Mio. US-Dollar für ein Sports-Wagering-Zertifikat, das ebenfalls alle fünf Jahre für 250.000 US-Dollar verlängert werden kann.
Besteuerung
Die Lizenzkosten sind nur der Anfang. Betreiber müssen zusätzlich einige der höchsten Glücksspielsteuern der USA einkalkulieren:
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Online-Slots: Steuersatz liegt bei 54 %
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Online-Tischspiele & Poker: Steuersatz liegt bei 16 %
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Sportwetten: Steuersatz liegt bei 43 %, zzgl. 2 % kommunaler Anteil
Diese Kombination führt dazu, dass die Margen in Pennsylvania deutlich geringer ausfallen als in den meisten anderen US-Bundesstaaten. Trotzdem ist der Einstieg für einige Betreiber attraktiv, da Pennsylvania stets zu den umsatzstärksten Online-Casino-Märkten der USA gehört. Für andere stellen jedoch die hohen Lizenzgebühren und Steuern eine erhebliche Markteintrittsbarriere dar.
Pennsylvania bietet zwar ein maximales Volumen, dies jedoch zu einem hohen Preis. Um hier erfolgreich zu sein, bedarf es einer starken Kapitalbasis, eines präzisen Kostenmodells und eines langfristigen Fokus auf die Rentabilität.
Hinweis: Lizenzgebühren und Verlängerungsraten werden vom Pennsylvania Gaming Control Board festgelegt und sind in der offiziellen Schedule of Fees veröffentlicht. Betreiber sollten stets die aktuelle Fassung auf der PGCB-Website prüfen.
Chancen und Zukunftsausblick
Pennsylvania hat die Skalierungsphase längst hinter sich. Im Mai 2025 überschritten die regulierten Glücksspielumsätze 600 Mio. US-Dollar in einem Monat, davon entfielen 200-230 Mio. US-Dollar auf iGaming. Damit rangiert der Staat gemeinsam mit New Jersey unter den wertvollsten Online-Casino-Märkten der USA. Für Betreiber klingen diese Zahlen natürlich erst einmal verlockend, doch hinter diesen beeindruckenden Zahlen steckt eine komplexe Realität.
Das Steuermodell bleibt die zentrale Herausforderung, denn es lässt den Betreibern nur begrenzten Handlungsspielraum. Wie Legal Sports Reports im Juli 2025 berichtete: „Pennsylvania Sportsbooks gewährten 16,6 Mio. US-Dollar an Promo-Credits bei 655,4 Mio. US-Dollar Wettumsatz. Steuern und Boni drücken den Nettogewinn deutlich unter den nationalen Durchschnitt.” Anhand dieser Aussage wird Betreibern noch einmal verdeutlicht, dass Pennsylvania ein Volumenmarkt ist. Hier geht es nicht um schnelle Margen, sondern darum, zu beweisen, dass eine Marke auch unter den härtesten Bedingungen bestehen kann.
Es gibt auch Anzeichen für neue Möglichkeiten. Mit dem Beitritt zum Multi-State Internet Gaming Agreement (MSIGA) im Jahr 2025 öffnet sich Pennsylvania für gemeinsame Poker-Pools (Liquidity-Sharing). Der Effekt mag anfangs begrenzt sein, doch Poker hat strategischen Wert. Poker stärkt die Spielerbindung und schafft Cross-Sell-Potenzial in Richtung Casino und (in geringerem Maße) Sportsbook. Für Betreiber, die ohnehin mit engen Margen arbeiten, kann schon ein kleiner Anstieg der Spieleraktivität entscheidend sein.
Doch der alleinige positive Effekt im Pokergeschäft kann nicht die allgemeine Lage kleinerer Anbieter ausgleichen. Auch einige mittelständische Marken zeigen bereits erste Anzeichen des Rückzugs. Hohe Steuern, Lizenzgebühren und beschränkte Zugänge führen dazu, dass Betreiber ohne starke Kapitalerträge oder Multi-State-Struktur ihre Ressourcen lieber auf andere Märkte richten. Damit wird Pennsylvania zunehmend von Marktführern wie FanDuel, DraftKings, BetMGM und Caesars dominiert. Kleinere Skins stehen unter wachsendem Druck – sowohl durch Compliance-Aufwand als auch durch hohe Revenue-Share-Verträge mit ihren Casino-Partnern. Politisch ist das Thema Steuersenkung bislang kaum diskutiert, doch Vergleiche mit New Jersey oder Michigan, wo die Steuerlast deutlich geringer ist, könnten künftig eine Debatte über Pennsylvanias Modell anstoßen.
Quellen: Daten beziehen sich auf die Jahre 2023–2024; Steuersätze basieren auf geltenden Gesetzen und Verordnungen. Pennsylvania Gaming Control Board, New Jersey Division of Gaming Enforcement, Michigan Gaming Control Board, Connecticut Department of Consumer Protection, West Virginia Lottery, Delaware Lottery.
Wenn Betreiber nachweisen können, dass freundlichere regulatorische Rahmenbedingungen Kapital und Innovation abziehen, könnten die Gesetzgeber mit der Frage konfrontiert werden, ob die hohe Belastung in Pennsylvania langfristig tragfähig ist. Vorerst stellt der Staat die Betreiber vor ein Dilemma: einen Markt, der reich an Größe ist, dessen Aufrechterhaltung jedoch kostspielig ist – lukrativ für diejenigen, die bereits aktiv sind, und schwierig für Neueinsteiger, die Fuß fassen möchten.
Marktchancen und Risiken für Betreiber
Pennsylvania ist einer der größten und etabliertesten regulierten Glücksspielmärkte der USA, aber auch einer der kostspieligsten beim Zugang. Für unabhängige Betreiber ergibt sich deswegen folgende Bilanz:
Marktvorteile
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Größe und Stabilität:
Kontinuierlich unter den Top-3-US-Bundesstaaten nach Daten des iGaming-Umsatzes.
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Vollständiges Produktportfolio:
Lizenzierte Online-Casinos (Slots, Poker, Tischspiele), mobile Sportsbooks, Video Gaming Terminals, Fantasy Contests sowie eine staatliche Lotterie.
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Regulatorische Glaubwürdigkeit:
Die PGCB zählt zu den erfahrensten Glücksspielaufsichten der USA. Eine Lizenz hier hat ein hohes Renommee.
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Strategische Lage:
Mit über 12 Mio. Einwohnern und der Nähe zu New Jersey, New York und Ohio bietet der Staat eine starke Basis für regionale Expansion.
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Poker-Liquidity:
Der Beitritt zum MSIGA (2025) schafft langfristiges Potenzial für Online-Poker-Anbieter.
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Politische Stabilität:
Glücksspielerweiterungen werden seit dem Act 71 (2004) beständig unterstützt – ein Plus für langfristige Planungssicherheit.
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Daten-Transparenz:
Die detaillierten Reports der PGCB machen Pennsylvania zu einem idealen Testmarkt für Player Analytics, Retention-Tools und Cross-Sell-Strategien.
Marktnachteile
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Hohe Steuersätze: Die Steuersätze hier zählen landesweit zu den höchsten und drücken die Margen erheblich.
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Hohe Einstiegskosten: Sowohl Sports-Wagering- als auch iGaming-Lizenzen erfordern Millioneninvestitionen plus Partnerschafts- und Erneuerungskosten.
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Tethering-System: Der Marktzugang ist nur über Partnerschaften mit landbasierten Casinos möglich. Die meisten sind bereits an große nationale Marken gebunden.
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Dominanz der Big Four: FanDuel, DraftKings, BetMGM und Caesars kontrollieren den Großteil des Marktes. So bleibt nicht viel Spielraum für kleinere Betreiber oder weitere Konkurrenz.
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Strenge Regulierung: Aktive Aufsicht, häufige Bußgelder und umfangreiche technische Anforderungen erhöhen die Betriebskosten erheblich.
Erfolgreiche Positionierung im Hochrisikomarkt Pennsylvania
Pennsylvania ist für Betreiber nicht nur ein weiterer Standort auf der Landkarte der USA. Pennsylvania ist die Bewährungsprobe. Wer hier eintritt, steht vor Steuersätzen, die Margen stark belasten und Lizenzgebühren, die langfristiges Engagement erfordern. Pennsylvania ist ein Umfeld, das von erfahrenen, etablierten Marktführern dominiert wird. Doch genau diese Hürden erklären, warum Erfolg in Pennsylvania als besonders wertvoll gilt.
Der Markt zeichnet sich durch ein hohes Volumen aus. Besonders Poker erlebt dank des Multi-State Internet Gaming Agreement (MSIGA) eine Wiederbelebung und genießt unter Spielern landesweit eine der höchsten Akzeptanzen. Die bisherige Entwicklung dieses Marktes zeigt jedoch, dass nur effizient organisierte Betreiber erfolgreich sein können. Der anspruchsvolle US-Bundesstaat kann nur dann als Grundlage für nachhaltiges nationales Wachstum genutzt werden, wenn drei Bedingungen erfüllt sind. Unternehmen müssen Compliance fest in alle Prozesse integrieren, effektive Kostenkontrolle in ihre Modelle einbauen und Technologien so nutzen, dass sie die Wertschöpfung sichern, ohne die Margen zu gefährden.
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HINWEIS
Diese Informationen stellen keine Rechtsberatung dar und stammen ausschließlich aus öffentlich zugänglichen Quellen. Sie ersetzen keine professionelle juristische Beratung. Altenar übernimmt keine Haftung für deren Verwendung.